Rom  - Urlaub 2005

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Im Mai 2005 besuchte ich gemeinsam mit einem guten Freund die „ewige Stadt“  - Rom.

Die An– und Abreise erfolgte mittels Flug von Wien/Schwechat. Unser Hotel war dann ganz in der Nähe des Bahnhofes in Rom. Das Wetter war optimal, und wir hatten einige wunderschöne Tage in dieser tollen Stadt!

 

Hier ein „kurzer“ Bericht, und danach ein Link zu ein paar Bilder!

 

ROM – der erste Tag!

 

Donnerstag, der 12.5.2005 – der erste Tag unserer Rom-Reise!

 

Aber so wie jede Reise, beginnt auch diese mit der Anreise.

Der Startpunkt war die Betriebsleitung Graz der SSG in Puntigam. Dort traf ich mich um 8 Uhr mit Wolfi. Schnell das Gepäck in den Kofferraum verfrachtet und es ging auch schon auf der Südautobahn in Richtung Wien (wir hatten nämlich einen Flug ab Schwechat gebucht, auch wenn es aufgrund dieser Tatsache erstmals einige Kilometer weg von Rom bedeutete).

Da wir eigentlich gut in der Zeit lagen, und Wolfi nix gefrühstückt hatte, entschlossen wir uns zu einem ersten urlaubsmäßigen Abstecher zur Autobahnraststelle in Andau, wo wir ein gutes Frühstück genossen! (Sollte auch das letzte für ein paar Tage werden…)

 

Doch wir machten uns alsbald wieder auf den Weg Richtung Flughafen – was auch gut war…

Denn unser Zeitpolster wurde rasch immer dünner, und was in solchen Situationen natürlich klar ist, genau in solchen Fällen ist ein Bahnübergang sicherlich zu, oder es befindet sich im Zuge der Strecke eine ordentliche Baustelle.

Aber auch das konnte uns nicht aufhalten – und so kamen wir pünktlich am Flughafen an. Dort begann die Suche nach dem Parkplatz. Wir haben schon beim Reisebüro ein Parkticket gebucht, und uns wurde der Parkplatz „C“ zugewiesen – Da es ansonsten noch A und B gab, war es eh klar, das C der am weitest entfernteste Platz war. Der Parkplatz war dann noch in die Abschnitte 1 bis 17 unterteilt – dreimal raten, wo wir gestanden sind… J

Nach dem wir unseren Wagen abgestellt haben, hab ich mal mein Reisegepäck um die Hälfte dezimiert – wir haben uns entschlossen nur mit Handgepäck zu reisen – was eine gute Entscheidung war, denn so konnten wir rasch durch alle Kontrollen und mussten am Flughafen nicht auf das Gepäck warten – im Urlaub zählt ja jede Minute J

 

Nun galt es einmal den „echten“  Flughafen zu erreichen – wir  dachten schon der Weg nimmt gar kein Ende mehr… Doch man glaubt es kaum, auf einmal hatten wir die Flughafenhalle erreicht!

Wir wussten, dass wir bei einem Alitalia-Schalter einchecken mussten – normalerweise reicht dieses Wissen aus, doch wir konnten keinen dementsprechenden Schalter finden (na ja, was ja auch typisch für uns beide war…). Auch keinen Wegweiser oder sonst was in der Art – es blieb uns nichts anderes übrig, als zu einem Info-Point zu gehen, der uns dann von diesem in die hinterste Ecke der Flughafen-Halle schickte. Dort hätten wir niemals den Schalter der Alitalia vermutet, aber man wird eben oftmals des besseren belehrt.

Das Einchecken verlief dann aber reibungslos und wir konnten alsbald den tollen Flieger Richtung Süden besteigen.

 

An Bord waren neben dem Piloten und Co-Piloten noch zwei Stewardessen – zwar ein wenig grummelig, aber es war nicht so schlimm.

Vor allem das Essen war voll interessant – wir wurden gefragt, ob wir „salty“ oder „sweet“ bevorzugen, und da wir eigentlich Gusto auf was Süßes hatten (meine hier das Essen), wählten wir „sweet“ – und bekamen ein Sandwich mit Rosmarin in einer eng verschweißten Folie – also, es ist in Bella Italia nicht alles süß, wo sweet drauf steht (1.Letktion).

Gestärkt durch dieses Sandwich landeten wir schließlich am Flughafen Leonardo da Vinci in der Nähe von Rom.

Von dort sollte uns ein Zug, der so genannte Leonardo-Express, mitten in die Stadt bringen.

Das finden der Haltestelle war wirklich kein Problem – dann aber eher das Entwerten der Bahnkarte. Es gibt ja bekanntlich vier Möglichleiten eine Karte in einen Automaten zu stecken – und laut Wahrscheinlichkeitsrechnung sollte es nicht all zu lange dauern, die richtige Position zu erwischen – aber es gibt auch Ausnahmen… J

Aber auch dass haben wir dann geschafft!

 

Nach kurzer Zeit kam dann auch schon der wunderschöne Zug eingefahren – und wir freuten uns schon auf ein tolles, kühles Bahn-Erlebnis (denn mittlerweile war es schon recht schwül und warm). Also, frohen Mutes bestiegen wir den Waggon – und waren binnen Sekunden in eine andere Welt versetzt – klimatisch gesehen – na ja, der Wunsch, dass eine Klimaanlage vorhanden wäre, denn konnten wir abschreiben, aber leider auch die bescheidene Hoffnung auf offene Fenster war vergebens – wir befanden uns in einem Waggon voller Touristen und dieser mitten in der Sonne. Vielleicht ist das aber auch die erste Prüfung für einen Rom-Touristen, - wer das aushält, dem schmeißt nichts mehr um. Der Schweiß stand uns jedenfalls ordentlich auf der Stirn… J 

Aber nach einer halben Stunde kamen wir pünktlich (und vollkommen dehydriert) am Bahnhof in Rom an – „Termini“ lautet sein Name – und ich muss sagen, jetzt weiß ich, was ein Bahnhof ist. GIGANTISCH, muss man sagen, sind die Ausmaße dieses Kopfbahnhofes. Und ebenso gigantisch war auch unser Weg durch diesen – denn unser Zug fuhr nicht ganz bis zum Ende, sondern nur bis etwa zur Mitte des Bahnsteiges – und es war noch ein weiter Weg bis zum ersten Blick auf Rom. Vielleicht war das auch nur die zweite Prüfung, - wer diesen Weg bestreiten kann, dem kann in Rom nichts im Wege stehen.

Also schwer bepackt (oder auch nicht so schwer, da wir nur Handgepäck hatten) machten wir uns auf die Suche nach einem Ausgang und danach auf die Suche nach unserem Hotel.

 

Wolfi hat daheim im Stadtplan ein „H“ für Hotel eingezeichnet – genau in der Mitte des Straßenzuges, in dem es zu finden sein sollte.

Also machten wir uns auf, dieses „H“ auch in der Realität zu finden. Wir gingen genau nach Plan vor, doch irgendwie wurde es uns immer mulmiger zu Mute – waren Anfangs noch etliche andere Touristen auf dem gleichen Weg wie wir, so wurden es langsam immer weniger, bis wir schlussendlich alleine zwischen den „Eingeborenen“ auf der Straße waren - wir fanden uns mitten im indischen, islamischen Viertel der Stadt wieder… J

Da wir hofften, dass unser Hotel doch nicht im Gebiet des eingezeichneten „H“ zu finden sei, haben wir schlauerweise einmal den Beleg vom Reisebüro zu Hilfe genommen – die Straße war voll die Richtige, nur die Hausnummer war ein wenig falsch – wir waren bei Nummer 296 – unser Hotel aber bei Nummer 14… - da wir aber eh noch gar nicht  müde waren, und gar nicht durstig freuten wir uns auf den langen Weg Richtung Hotel.

Dort angekommen, erkannten wir, dass es eigentlich gleich am Bahnhof lag und wir normalerweise nur zwei Straßen überqueren mussten – aber so hatten wir wenigstens die Möglichkeit einen für Touristen unbekannten Teil Roms zu sehen – sozusagen das wahre Rom (es sollte aber nicht unsere letzte gewesen sein).

 

Weil ich gemeint habe, wir hätten nur zwei Straßen überqueren müssen – das Überqueren von Straßen in Rom ist sowieso eine eigene Geschichte – so wie der Verkehr im Allgemeinen gesehen.

In Rom darf man keine schwachen Nerven besitzen (und keine teuren Autos).

Bei den ersten Kreuzungen waren wir noch vorbildhafte Europäer – wir warteten, bis die Fußgängerampel auf grün schaltete und machten uns dann auf den Weg. Obwohl es uns schon komisch vorkam, das Grün nicht automatisch Rot für die Autos hieß (2. Lektion: Rot ist nicht immer Rot, Grün nicht immer Grün). Langsam aber sicher erkannten wir aber das römische Verkehrssystem – so gab es bei den Fußgängerampeln die Aufschrift „Alt“ – keine Ahnung, was das bedeutet – wir nahmen aber schlussendlich an, dass man, wenn man „alt“ werden wollte, dann lieber stehen bleiben sollte – und nur wenn man mutig und jung ist, man dann die Straße überqueren sollte. Die Aufschrift „Avanti“ war uns dann wieder klarer – es bedeutete, dass man sich auf ein Wettrennen mit anderen Verkehrsteilnehmern einlässt.

In einem Reiseführer habe ich gelesen, dass man in Rom immer glauben muss, dass man Grün hat – und das stimmt. In den letzten zwei Tagen sind wir schon wie wahre Römer über die Straßen gegangen, während das normale Touristenvolk hoffnungsvoll auf eine grüne Fußgängerampel gehofft und gewartete hatte.

Um beim Verkehrstechnischen Exkurs zu bleiben – Autofahren in Rom muss ein Traum sein!

Meine natürlich einen dieser Träume, den man der Gattung der Albträume zuordnen muss…

Hupen und quietschende Bremsen gehören zum Alltag, gleich wie schimpfen und dementsprechende nicht ganz höfliche Gesten – lustig zum Zusehen, wenn man nicht gerade in einem Auto sitzt.

Wir haben auch fast kein Auto ohne einen Schaden gesehen – was uns mit der Zeit auch immer verständlicher wurde.

Auch die römische Parkkultur scheint vollkommen unvereinbar mir der unsrigen zu sein – wir beobachteten vor allem voller Interesse das Parken in zweiter Spur.

So sind wir etwa nach dem Beziehen des Zimmers und aufgrund der Tatsache dass wir keine Kamele sind und dringend etwas zu trinken benötigten, auf die Suche nach einem Lokal gewesen und haben ein solches in der Nähe gefunden.

Dort haben wir, und dass ist keine Lüge, ein Flache Wasser bestellt, und haben dem Treiben auf der Straße zugeschaut – und unter anderem auch dem besagten Parken.

Wenn man aus der ersten Spur raus möchte, so muss man mal eine viertel Stunde hupen – dann schaut mal die „Mama“ aus dem Fenster raus. Dann muss man fünf Minuten mit allen möglichen Hilfsmittel die der Kommunikation dienen können (sprich Körpersprache und lautes Schreien), mit der halben Familie des Zweitspurparkers diskutieren, der dann endlich aus dem Haus gekommen ist, um seinen Wagen weg zu stellen. Aber ich muss sagen, ich finde dieses System toll, würde bei uns ja doch gleich die Polizei und der Abschleppwagen vorfahren (die Carabinerie hatten übrigens eine Kreuzung weiter ihren Standort… J).

 

So, aber zurück zum chronologischen Ablauf der Reise!

Also, wir haben endlich das Hotel gefunden!

Nun hieß es, das Zimmer zu beziehen – wir gingen mal zur Rezeption.

Dort bekamen wir das Zimmer 503 zugewiesen, wir wunderten uns aber noch, dass wir keinen Schlüssel bekamen. Da wir aber dachten, dass das vielleicht dort so üblich sei, gingen wir zum Lift.

Dort überkam uns schon die erste Vorahnung, denn es gab nur Tasten bis zum vierten Stockwerk – aber das soll ja nix heißen.

Also drückten wir die Vier und die Türen schlossen sich, oder besser gesagt nicht, denn zwischen den Lifttüren zwängten sich die Finger eines Hotelangestellten – der uns dass Zimmer zeigen wollte und die Schlüssel in der Hand hatte. Da wir aber nicht so schnell realisierten, was der nämliche wollte und auch nicht wussten, welche Taste wir zum Öffnen der Tür drücken sollten, rieß und arbeitete der Hotelangestellte so lange an der Tür, bis sie wieder von selbst aufging – nach seinem Blick nach, war er aber überhaupt nicht sehr amüsiert darüber… Wolfi und ich konnten jedoch das Lachen nur sehr schwer unterdrücken.

 

Im vierten Stock hieß es dann aussteigen, und dann mal eine Treppe rauf, und eine kleine wieder runter – und wir waren im Zimmer!

Ich muss sagen, es entsprach voll unseren Vorstellungen.

Wir hatten zwei Betten, eine Kasten, einen Stuhl, einen toller Fernseher, und ein richtig schönes Bad (meine das ehrlich) mit einem großen Waschbecken, WC, Bidet und Dusche.

Die Aussicht war auch toll – voll über das alte Rom, auf der einen Seite das Kolloseum, das Forum Romanum und dahinter irgend ein alter Bau – na ja, muss ehrlich sein - ganz so war es nicht, aber nicht viel schlechter. Wir sahen in einen ehemaligen Innenhof rein – zumindest war er einer, bis vor ca. 60 Jahren der Lift gebaut wurde. Jetzt blickten wir in den Triebwerksraum desselben – für Technikinteressierte sicher nicht schlechtJ

Ganz begeistert waren wir von der vorhandenen Klimaanlage!

Bevor wir uns auf den Weg zur wichtigen Flüssigkeitsversorgung machten, drehten wir den Regler mal ein wenig runter – damit der Abend schön kühl sein konnte.

 

Wie schon zuvor beschrieben, fanden wir bald ein kleines Lokal, und wir übten uns fleißig in „la dolce vita“ – und ich muss sagen, ein Traum!

Rom fängt einen sofort und lässt einen auch kaum wieder aus.

Wir sind dort einfach so gesessen, und haben einfach dem Treiben auf der Straße zugeschaut – was gibt es schöneres!

Da das Wasser dann aber doch zu wenige Mineralstoffe enthielt, bestellten wir dort das erste Bier in Rom – und es war gut.

Da wir dann aber doch nicht den ganzen Nachmittag dort verbringen wollten, es war ja erst so gegen 17 Uhr, sind wir dann ein wenig durch die Gassen spaziert.

Sind dann an einer alten Kirche vorbei, und aufgrund der Tatsache, dass alles was in einem rein kommt, auch irgendwann auch wieder raus möchte, in ein neues Lokal geraten.

Da es aber nicht fein ist, nur die Sanitären Anlagen zu nutzen, ohne die Dienste des Lokals zu nutzen, haben wir auch dort ein Glaserl trinken müssen (und haben nebenbei erfahren, dass der Kellner dort nebenbei eine Freundin in Innsbruck hat, er aber ja leider in Rom verheiratet ist… Also Mädels – aufpassen vor den Italienern! J).

Beim Rückweg in unsere Hotelgegend sind wir dann noch kurz in die Kirch rein – wusste gar nicht, welche das sein sollte. Waren aber voll baff – die ganze Decke war voller Gold und toller, feiner Verzierungen. Erst daheim sind wir drauf gekommen, dass es eine der schönsten Kirchen Roms war – und das Gold jenes war, dass von einem damals entdeckten Land als erstes erobert wurde. Nach diesem Wissen besuchten wir die Kirch am folgenden Tag auf ein Neues – und haben auch Fotos gemacht.

 

Da  es noch zu früh war, um etwas zu essen, mussten wir leider noch ein Lokal aufsuchen – und wir fanden dieses am „Bahnhofsgürtel“. Man konnte toll auf die mächtige Eingangshalle der Termini blicken, und die Bedienung erkannte auch gleich unseren Geschmack.

Diese Lokal sollte zum täglich Muss werden – aber nicht nur aufgrund des Hopfentees, sondern vielmehr wegen der schönen Aussichten (mein hier aber keine architektonischen… J) – Rom hat für jeden Geschmack was zu bieten.

 

Um 19 Uhr war dann aber wirklich der Hunger schon so groß, dass wir was essen mussten – und ich glaub, wir hatten wieder einen tollen Richer.

Eine Gasse weiter gab es ein Restaurant namens Taverna, bei dem uns unsere Geschmackssinnesorgane sagten, dass es in Ordnung sei. Und wir wurden nicht getäuscht!

Ich bestellte Pasta alle carbonare – und es waren die besten in meinem Leben! Echt voll gut!

Wolfis Nudelgericht war auch nicht schlechter – und unsere Begeisterung von Rom stieg immer weiter.

 

Gegen 21 Uhr waren wir dann aber schon wieder auf den Gassen unterwegs und versuchten Rom zu erleben.

Na ja, bis zum Zeitpunkt, als es Wolfi nach einem „Dönner“ lustete – frei nach dem Motto: Ein Dönner, der macht schöner, haben wir das Lokal namens Halalba irgenwas betreten und haben uns zwei Dönner bestellt. Bekommen haben wir drei – muss anscheinend ein multikulturelles und linguistisches Sprachproblem gewesen sein, aber dass war noch das kleinste – der erste Bissen war ja noch optimal, aber beim zweiten, da begann sich ein leicht feuriges Gefühl im Gaumen auszubreiten – ich und Wolfi waren voll Feuer und Flamme und wir mussten mit raschen Schritten eine Möglichkeit zum Löschen dieses Flammenmeeres finden – zum Glück konnten wir gleich im Nachbarladen ein Flasche Mineral kaufen, die dann das ärgste zu löschen vermochte – aber um dieses Halalba irgendwas haben wir in den restlichen Tagen einen schönen Bogen gemacht – wir haben gelernt – nix Nixitalienisches mehr in Italien!

 

Da es nun eh schon gegen 22 Uhr war, und wir auch schon recht müde waren, haben wir uns nach diesem Erlebnis Richtung Zimmer gemacht (wir wussten nicht, dass das unser längster Abend sein sollte… J)

 

Und langsam ging so unser erster Tag zu Ende!

Am nächsten Tag standen der Vatikan an der Reihe – und die Erkenntnis, dass in Italien ein A auch zu einem B werden kann.

 

Ach ja, und die Klimaanlage im Zimmer war ein Attrappe… J

(schwitz….)

 

 

Rom, der zweite Tag!

 

Wie zuvor beschrieben, war die Klimaanlage nur eine Attrappe – dementsprechend schwül war die Luft im Zimmer. Doch zu unserem Glück begann es in der zweiten Nachthälfte zu regnen, und die Temperaturen sanken ein wenig.

Muss ehrlich sagen, dass dann der Schlaf echt erholsam war.

Auch das Quietschen des Liftes (die meisten Gäste kamen doch erst spät abends, bzw. frühmorgens nach Hause) und sonstige Töne waren nicht so schlimm (unter dem Sonstigen verbirgt sich ein Geräusch, dass man auch unter dem Namen „Schnarchen“ kenntJ).

 

Tagwache war dann so gegen sieben Uhr – wir wollten den vollen Tag ausnützen, und wie heißt es so schön – nur der frühe Vogel fängt den Wurm.

Also auf und ab in die Dusche und ab ins Frühstückzimmer. Dieses war ganz im Keller verborgen, und entsprach eigentlich den normalen Vorstellungen.

Wir wusste schon, dass in Rom nicht gerade gewaltig gefrühstückt wird – aber es war ausreichend. Ich habe mir zwei Becherl Orangensaft und zwei Weckerl mit Käse und Schinken gegönnt.

Am Vorabend haben wir schon den Plan für den kommenden Tag geschmiedet: mit der U-Bahn zum Vatikan, und dann diesen Besichtigen.

 

Vom Frühstück gestärkt machten wir uns dann auf die Suche nach dem Abstieg zum U-Bahnnetz der italienischen Hauptstadt. In Rom gibt es nur zwei Linien, also bestand keine große Gefahr eines Verfahrens, dachten wir.

Im Untergrund kauften wir uns dann zwei Tickets (due Tickets, please – also im italo-englisch waren wir echt spitze… J).

Auf den Billets stand „Metro-Bus“ drauf – jetzt war die erste Unsicherheit angebracht – aber da wir ja grenzenlos von uns überzeugt waren, machte uns das nur kurz wirklich Sorgen.

Ganz anders schaute es hingegen mit der richtigen Richtung aus.

Wir wussten, dass wir zum Vatikan wollten – konnten aber auf keinem Schild diese Richtung herausfinden. Sind auf der Suche nach dem Richtigen Einstieg drei mal die ganze Halle abgelaufen, bis wir zum Schluss sogar mitten am Bahnhof standen – total falsch, dass wussten wir. Also wieder zurück – und siehe da, ein erstes Wunder – auf einmal sahen wir den Wegweiser! Wir Trottel haben immer nur die ersten Teile der Beschriftung gelesen – doch ganz am Ende Stand klar und deutlich St. Pietro – müssen voll blind gewesen sein.

 

Waren anfangs noch wenige Menschen im U-Bahn-Schacht, so wurden es nun langsam immer mehr.

Also machten wir uns in Richtung des Wegweisers auf – wir sollten einfach die Linie A benutzen. Also erste Stiege runter – und einfach dem A nach – null Problemo, zweite Stiege runter und wieder dem A folgen – ist ja voll easy – und dann nur mehr den letzten Abstieg hinab – und es ward ein B geboren. Gibt’s ja nicht, dachten wir, es war ja eigentlich gar kein Abzweig mehr, seit dem letzten A, aber sicherheitshalber noch mal zurück und das Ganze von vorne – A, A – und man glaubt es kaum – B. Na ja, über gewisse Sachen sollte man sich aber nicht zuviel Gedanken machen, dachten wir, und da wir ja eh nur zwei Richtungen zur Auswahl hatten, stellten wir uns schon mal Gedanklich auf den Worest Case ein – fahrt bis zur Endstation, warten bis der Zug umdreht, und dann hoffentlich in die richtige Richtung fährt.

Aber unsere Sorge war wieder mal voll unbegründet!

Als der erste Zug einfuhr, stand deutlich das richtige Ziel darauf – ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für uns in Richtung Vatikan.

Na ja, aber es wäre ja zu schön gewesen, wenn wir gleich ans Ziel gekommen wären.

In der Zwischenzeit, als wir uns auf der Suche nach dem verschwundenen A, welches zum B konvertiert ist, gemacht hatten, muss anscheinend am Bahnhof ein Zug mit einer Unmenge an Menschen, welche die U-Bahn benützen wollten, eingelangt sein.

Und so standen wir an der Haltestelle inmitten eines nicht endend wollenden Menschenmeer – und der erster Zug fuhr ein, und der zweite, und der dritte – aber beim vierten riskierten wir alles und schafften es, in die Bahn einzusteigen – und so war es, dass wir auch die volle Rushhour in Roms Untergrundbahn erlebten.

Aber gerade dass macht eine Reise ja gerader zum Ereignis!

 

Nach etwa sechs Stationen hieß es aber auch schon Abschied nehmen von der U-Bahn, und sich einen Weg ans Licht zu suchen – und an die frische Luft.

Die Station war nicht weit weg vom Vatikan, und aufgrund unserer tollen geographischen Kenntnisse und der Fähigkeit eine Karte zu lesen (na ja, die Sache mit der Hotelsuche war ein Ausrutscher) standen wir alsbald vor den Mauern des Vatikanstaates.

Das erste Ziel des Tages war erreicht!

 

 

Wie man sieht, ist es echt eine gewaltige Mauer, die rund um den kleinen Staat verläuft.

 

Nun hatten wir die Entscheidung zu treffen, welches Ziel wir als nächstes Ansteuern wollten – entweder den Petersdom, oder die Sixtinische Kapelle.

Da es noch relativ früh war, dachten wir, dass es am Eingang zur Kapelle noch etwas ruhiger sein würde, daher machten wir uns in diese Richtung auf.

Na ja, anscheinend haben wir uns da aber ein wenig verschätzt, schon hundert Meter vor dem Eingang zu den Vatikanischen Museen bildetet sich ein Menschenstau.

Da wir nicht gerade sehr gewillt waren uns auch anzustellen, haben wir sofort umdisponiert und den Petersdom als neue Destination gewählt.

Also wieder retour in die andere Richtung. Das Gehen waren wir aber eh schon bald gewohnt.

 

Aber es war wieder mal eine richtige Entscheidung, während die Menschenmassen auf der einen Seite in Schlangen und Haufen anstanden, war der Weg auf den Petersplatz vollkommen frei!

 

Hier ein erster Eindruck vom Platz – ich muss sagen, irgendwie ist in Rom alles extrem – extrem groß ist auch der Petersplatz:

 

 

 

Säulen über Säulen, und in der Mitte die drei Brunnen – echt ein tolles Bild!

Wenn man die Aufnahmen im Fernsehen sieht, kann man sich die wahren Dimensionen des Platzes gar nicht wirklich vorstellen. Und es ist auch ein eigenes Gefühl dort zu sein – echt arg, irgendwie.

 

Als wir den Platz ordentlich genossen hatten, hieß es den Peterdom zu besichtigen.

Ach ja, zuvor aber noch der Blick zu den Päpstlichen Gemächer – sind in den letzten Monaten ja sehr bekannt geworden:

 

 

Wir haben unseren Papa Ratzi auch kurz gesehen!

 

 

Na ja, zumindest sein Bild in einer Geschäftsauslage…

 

Aber zurück zum Petersdom!

 

Hier ist einmal der Eingang, ist ja überhaupt nicht groß….

 

Oben kann man auch gut die Apostel erkennen, und im Vordergrund die Abdeckung, wenn eine Messe im freien stattfindet.

 

Damit wir auch einen Beweis haben, dass wir wirklich selbst vor Ort waren, haben wir dann auch gleich zwei Beweisfotos geschossen:

 

 

 

 

So, aber nun in das Innere des großen Domes – und sich von der Kunst überwältigen lassen…

 

 

Das ist der Blick von Eingang Richtung Kuppel – aber kein Foto kann wirklich erahnen lassen, wie gewaltig alles ist. Überall wo man hinblickt, sieht man Kunstwerke – die Mosaike am Boden, die Bilder, die Vergoldungen, die Statuen – ein reiner Wahnsinn. Wie muss das alles für die Menschen in den vergangenen Zeiten gewirkt haben.

Es zeigt deutlich die einstige Macht der Kirche, die zwar auch heute noch vorhanden ist, aber damals wirklich einzigartig war.

 

 

Und das ist „die“ Kuppel – uns sind die Augen offen geblieben…

 

Und auch da ist es uns nicht viel besser gegangen – wie bringt man so etwas aus einem Steinklotz heraus??? Michelangelo hat es mit 24 Jahren geschafft.

 

Nach den ganzen Kunstwerken in der Kirche, die übrigens bis zu 60.000 Leute fassen kann (!!!!) machten wir uns auf den Weg hinauf,  - auf die Kuppel!

 

Es gab zwar einen Lift, aber da wir ja jung und dynamisch sind, bevorzugten wir die Stiege – und machten uns auf, die über 500 Stufen zu erklimmen.

Erst war die Stiege schön breit und nicht so steil, aber langsam wurde es immer Enger und steiler – und wir kamen ordentlich ins Schwitzen.

 

Aber als Lohn dafür wurden wir mit dem  großartigsten Ausblick über Rom belohnt!

 

So, nach der Kuppel hieß es Abschied nehmen vom Petersdom – die Sixtinische Kappele war nun an der Reihe.

 

Wir mussten wieder dort hin, wo wir am Morgen schon umgedreht hatten – aber wir erkannten gleich, dass es eine weise Entscheidung war – keine Menschenmassen waren mehr ersichtlich, und wir konnten ohne Probleme die Tickets für das Museum kaufen.

 

Zu Beginn schauten wir uns die ägyptische Sammlung an – man kann sich kaum vorstellen, welche Schätze da lagen. Am besten hat mir eine kleine Brosche gefallen, war aus Gold geschmiedet und mit kleinen blauen Steinen verziert. Ja, die alten Ägypert (innen) hatten schon Geschmack.

Nach dem Ägyptischen Bereicht kamen wir in einen langen, langen Gang mit römischen Skulpturen. Ob Babys oder alte Römer – alles wurde in Stein verewigt. Wenn man sich vorstellt, dass jede Statue eine eigene Geschichte zu erzählen weis – da kommt man schon ein wenig ins Grübeln und Nachdenken.

 

Aber nun sollte der Höhepunkt des Tages kommen – die Sixtinische Kapelle!

Wir hielten uns ganz brav an die Wegweiser und kamen durch Räume, einer schöner als der andere, alle Decken waren mit den schönsten Malereien verziert – unglaublich und auch unbeschreiblich – man muss es selber sehen.

Mittlerweile waren wieder recht viele Leute um uns, und manchmal war es schon recht eng und heiß – aber aufgrund der schönen Aussichten, tat dies unserer Begeisterung keinen Abbruch (und hier meine ich wirklich nicht die femininen Aussichten!)

 

Nach einiger Zeit kamen wir dann aber wieder an einen Ausgang an – und irgendwie haben wir das berühmte Bild der Schöpfung Adams nicht zu sehen bekommen. Wir dachte, dass es vielleicht in der Menge aller Bilder untergegangen sein könnte – es hätte uns nicht gewundert und wir haben uns schon fast damit abgefunden.

Doch zu unserem Glück waren im Freigelände genau diese berühmten Fresken ausgestellt – und wir kamen zum Schluss, dass wir anscheinend die Kapelle noch gar nicht zu sehen bekommen hatten – also noch mal an den Start und auf in den Kampf!

Und wahrlich, es gab einen Abzweig!

 

Endlich waren wir auf dem richtigen Weg, doch was nun als neues Gefühl dazu kam, war die Tatsache, dass der Weg schon recht lange war – und unsere Füße langsam an den Sohlen zu brennen begannen. Aber es konnte ja nicht mehr so weit sein, dachten wir – und bei jedem neuen Raum, der uns ins Gesichtsfeld kam, wussten wir – das muss sie nun sein, die Sixtinische Kapelle – um dann zu erkenne, dass sie es doch nicht so wirklich sein konnte.

 

Aber so wie alle Wege nach Rom führen, führt auch jeder Weg irgendeinmal an sein Ziel – und dann war es wirklich so weit!

 

Um diesen Anblick dort zu beschreiben, fehlen mit wirklich die Worte – so viel Eindrücke stürzen auf einem zu, so viele Details, so viel Farbe, Licht, und Intensität.

Man muss es gesehen haben um zu verstehen zu können, dass man manches nicht mit Worten ausdrücken kann.

 

 

 

Und obwohl das Fotografieren verboten war, hat sich Wolfi wagemutig getraut dieses Bild zu schießen – aber auch ein Bild kann nicht die wahre Schönheit des Ganzen zeigen, es ist nämlich nicht nur dieses eine Bild, nein – der ganze Raum, und der ist nicht klein, ist ein einziges Gesamtkunstwerk – und alle Räume zusammen bilden ein Ganzes.

 

Langsam hieß es aber Abschied nehmen vom Vatikan und seinen langen Gängen, seinen vielen Hallen und seinen unschätzbaren Kunstwerken – aber ehrlich gesagt, wir waren auch schon fix und fertig. Erst im Nachhinein haben wir gelesen, dass wir durch das größte Museum der Welt spaziert waren – unseren Füßen nach, muss das auch stimmen.

 

Wieder im Freien angekommen mussten wir uns dann gleich Stärken – zumindest eine Flasche Cola und eine Flasche Mineral verdampfte binnen Minuten in unseren Kehlen.

Da wir dann langsam wieder zu Kräften gekommen sind, machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause – und da wir so sehr zu Kräften gekommen sind, dass uns (kurzfristig) kein Weg zu weit, keine Steigung zu steil sein konnte, dachten wir, wir gehen ein Stück per Pedes Richtung Termini.

Auch hier kamen wir dafür wieder in Gegenden, die selten ein Tourist zu sehen bekam – voll die Mafia, kann man nur sagen – aber interessant.

Aber langsam kamen unser brennenden Fußsohlen wieder ins Gedächtnis – und wir waren froh, wieder eine Metro-Station zu finden (sag ich finden, haben diese natürlich vollkommen zielsicher angesteuert! J).

Diesmal war uns das A und B der Metro egal – und wir bestiegen gleich den richtigen Zug und fuhren bis zum Bahnhof.

 

Das offizielle Programm war nun für den heutigen Tag abgeschlossen – nun standen wieder andere Sehenswürdigkeiten am Plan – ich sag nur, das Straßenlokal am Bahnhof… J

 

Am Abend stand dann noch das Essen am Plan – diesmal eine tolle Pizza del Mare für mich, und eine Pizza mit Schinken für Wolfi – wieder in der Taverne, und wieder voll gut!

Zuvor waren wir für den schnellen Hunger noch ein einem anderen Lokal – dort aßen wir Pasta carbonara – zwar nicht so gut, aber annehmbar – viel aber auch deshalb weil wir von drei Kellnerinnen bedient wurden… (Man(n) isst ja auch mit den Augen – oder J)

 

Da wir aber durch den langen Marsch schon recht müde waren, hieß es für uns schon gegen 20.30 Schluss mit lustig und ab ins Zimmer.

 

Dort konnten wir uns mal frisch machen und den Abend mit Fernsehen beschließen – na ja, mehr oder weniger. Denn die Sender waren bis auf CNN alle italienisch…

Aber auf dem italienischen MTV wurde ab 21 Uhr ein spannender japanischer Horrorfilm gebracht – wir sind nach 15 Minuten eingeschlafen….

 

So, und dass war der zweite Tag!

 

Am nächsten Tag stand das alte Rom an der Reihe von uns zu entdeckt werden, und die Erkenntnis, dass drei mal Pasta Carbonara in drei Tagen wirklich mehr als genug ist…

 

 

Rom, der dritte Tag!

 

Und wieder war eine Nacht überstanden!

Und da wir ja keine lahmen Enten sind, war bereits zu früher Morgenstunde Tagwache angesagt.

Am Vorabend haben wir uns schon Gedanken über den Tagesablauf gemacht – und wir waren schon sehr gespannt, was uns alles erwarten würde.

 

Das erste, was uns erwartete, war natürlich mal das üppige Frühstück – wobei wir aber einen schwerwiegenden Fehler tätigten – wir waren die ersten, und wie es schmeckte, auch noch vor der Bedienung im Frühstücksraum.

Anscheinend war nur mehr der letzte Rest und Bodensatz im Getränkeautomat vorhanden, welcher nach einem Tastendruck nun in unseren Trinkbechern zu finden war. Laut Farbe hätte es ein Orangensaft sein sollen, aber nach dem Geschmack nach, war es etwas in Richtung Fischsuppe – aber wie gesagt, wir waren halt ein wenig zu früh.

Der Automat wurde dann auch gleich befüllt – aber da war schon der zweite Fehler meinerseits fällig – ich hab nicht gewartet, bis ein unwissendes Opfer der Raum betritt, und sich einen Saft runter lässt – nein, ich muss selbst derjenige welche sein. Na ja, nun hatte ich den letzten Rest des vortägigen Gebräu in meinem Becher – und wieder ein Mittelding zwischen Fischsuppe und Orangensaft (hab inzwischen noch immer kein annähernd an irgendwelche Zitrusfrüchte erinnerndes Getränk konsumiert).

 

Mittlerweile füllte sich auch der Raum, so kam ein junger Engländer ins Zimmer der uns fragte, ob wir auch eine lange Nacht hinter uns hatten – er hatte sie eindeutig, nach dem Gesamtzustand zu schließen. Als wir verneinten, erzählte er uns, dass ihm sein Bruder in der Nacht ein blaues Auge geschlagen habe – was wir auch eindeutig zu sehen bekamen. Da waren wir schon froh, dass bei uns nicht so raue Sitten herrschten.

 

Damit ich das Frühstück nicht total im schiefen Licht stehen lasse, muss ich zu seiner Ehre auch sagen, dass ich ein Gebäck als Ersatz zum Trinken verspeiste, welches echt ausgezeichnet schmeckte – und mir genug Zucker für die nächsten Stunden bieten sollte.

 

Unser erstes Ziel sollte das Kolloseum werden – laut Karte lag es nicht weit von uns entfernt, und wir machen uns mit vollem Elan auf den Weg.

Da es noch so früh war, waren wir beide fast allein auf weiter Flur und konnten unsere pfadfinderische Fähigkeiten voll ausreizen, und so dauerte es nicht lange, und wir erblickten es – das Kolloseum! Wir kamen von einem der sieben Hügel und unter uns lag es – dahinter erkannten wir dann gleich die Reste des alten Roms.

Langsam kamen wir dem Stadion näher und erkannten immer mehr Details – vor allem dir Wuchtigkeit der Mauern hat uns vollkommen überrascht und beeindruckt. Wir hatten vollkommen falsche Vorstellungen über dieses Bauwerk.

Da die Tore noch geschlossen waren, konnten wir in aller Ruhe eine Runde ums Kolloseum drehen und auch den langsam eintrudelnden Souvenirverkäufer beim Aufbauen ihrer Stände zusehen.

Es ist schon schön, wenn man im Urlaub keinen Stress hat.

Schließlich öffneten sich die Pforten und wir konnten nach Begleichung eines kleinen Betrages in das Innere des Bauwerkes vordringen – hindurch durch die dicken Mauern und über uralte Stiegen in den für die Besucher geöffneten Bereich der Tribünen. Einmal kann man sich auf der unteren Ebene alles ansehen, zum zweiten kann man über die alten Stiegen in einen höheren Bereich vordringen, in dem man auch eine gesamte Runde um das Stadion machen kann. Wenn Steine Geschichten erzählen könnten, diese dort würden sicher Bände füllen – man muss sich diese Zeit bildlich vorstellen.

Es ist für mich arg, dass solche Schauspiele, bei denen Menschen abgeschlachtet wurden, so beliebt waren – und dass dies wahrscheinlich im Menschen selbst liegt.

Aber da dies keine philosophische Abhandlung über das menschliche Wesen werden soll, kehren wir dem Kolloseum wieder den Rücken zu – und stürzen uns in das Forum Romanum.

 

Oder besser gesagt zuvor auf den Palatin – den Gründungshügel, wo eins Romulus die Stadt gegründet haben sollte.

Auch dort waren wir fast die Einzigen – was vielleicht auch an der Tatsache gelegen sein könnte, dass er nicht wirklich einfach zu finden war – und wenn wir nicht ein Bild im Reiseführer gesehen hätten, wir hätten ihn auch nicht wirklich als solch einen historischen Flecken, oder besser gesagt Hügel, gesehen.

Rund um den Palatin ist aber Geschichte pur angesagt – so liegt dort etwa der Circus Maximus – wo einst die Gladiatoren mit ihren Wagen um die Wette gefahren sind (also so in der Art wie ein historisches Monza, wo heute die F1-Boliden düsen). Auch sonst gibt es etliche Bauwerke zu sehen, und was uns vor allem beeindruckte war die Tiefe, in die die Ausgrabungen reichten.

Was auch beeindrucken war, war die Genauigkeit der Steinmetze – ich weiß nicht, ob man heute noch solche Arbeiten machen könnte. Die Steine waren vollkommen glatt, bzw. war fast kein Zwischenraum vorhanden.

 

Nach dem Palatin galt es wieder zurück in das Forum zu spazieren – hier muss ich ehrlich sagen, dass es schade ist, dass die Gebäude nicht besser beschrieben sind. Und im Vergleich zu den anderen Ruinen, waren sie nicht mehr so beeindruckend – oder lag es vielleicht auch schon daran, dass wir überladen von Eindrücken waren.

 

Mit den Ruinen war es dann aber eh schon bald Schluss – wir spazierten weiter in das historische Rom mit seinen wohlbekannten Sehenswürdigkeiten.

Als erstes kamen wir auf einen riesigen Platz mit einem riesigen Bauwerk – bitte nicht fragen, wie es heißt – wir wissen nur, der Duce hat von dort gewunken.

Nach einem Blick auf die Straßenkarte wussten wir sofort, in welche Richtung es weiter gehen muss – das nächste Ziel war das Pantheon – die größte freitragende Kuppel.

Schon aus einiger Entfernung wussten wir, dass das Ziel nicht mehr weit sein konnte, nicht weil wir es sahen, nein, weil es auf einmal rund um uns nur mehr so wusselte vor lauter Menschen.

Am Vorplatz der Kuppel war das volle Gedränge – und  wir erreichten erst nach einigen raffinierten Ausweichmanövern die Kuppel.

Eins war uns vom ersten Moment an klar – diese Kuppel würden wir nicht besteigen! J

Auch wenn ich mich wiederhole – sie war riesig!

In diesem Fall war auch die architektonische Schönheit im Vordergrund, denn Verzierungen fehlten fast vollkommen. Aber so konnte man sich auch mehr auf die gewaltige Konstruktion konzentrieren.

 

Nach der Mega-Kuppel war mal eine kleine Verschnaufpause angesagt.

Gott sei Dank gibt es ja das eine oder andere Lokal in Rom – und wir fanden ein nettes Platzerl abseits der Hauptstraße.

 

Dort konnten wir uns so weit regenerieren, dass wir die nächsten Punkte am Stadtplan aufnehmen konnten.

 

Als erstes kamen wir auf einen schönen Platz mit drei Brunnen – auf dem ein großer Markt war. Für Frauen das wahre Paradies, und wohl auch das Ende der Besichtungstour… J

Da wir Männer aber in solchen Sachen abgehärtet sind, waren wir bald wieder am richtigen Weg!

Obwohl wir fast in ein Lokal gezwungen wurden – dort standen zwei Mädels links und rechts von den Tischen und lockten unerfahrene männliche Touristen – aber auch da waren wir standhaft J

 

Nächstes Ziel – die Fontana di Trevi – so quasi als Abkühlung… ;-)

Auch dort waren ein paar Menschen, so ein Zufall – müssen alle dieselbe Idee gehabt haben.

Der Brunnen ist wirklich wunderschön – so fein herausgearbeitet und detailreich.

Ist sicher einer der schönsten Punkt in Rom.

Natürlich haben wir auch eine Münze über die Schulter geworfen, was ich mit gewünscht habe – bleibt ein Geheimnis ;-)

 

Danach kam es zum nächsten Fixpunkt!
Ein Eis in Rom, das muss schon sein – und das auch dann noch auf so einem Platz zu genießen, dass rundet das Feeling erst so richtig ab.

 

Obwohl wir nach dem Petersdom schworen, niemals mehr Treppen zu steigen in Rom – über eine sind wir nicht hinweggekommen – der Spanischen Treppe.

Geschmückt mit Blumen und Menschenmassen lag sie vor uns – und wollte von uns bezwungen werden.

Aber wir schafften sie nicht in einem Zug – natürlich nicht, weil wir müde gewesen wären – nein, weil wir uns immer wieder umdrehen mussten, um den Ausblick zu genießen.

Man sag auf die Gassen, wo sich tausende Menschen durch die Stadt drängten und den Urlaub genossen.

 

Nach der Treppe wollten wir dann zum absoluten Highlight unseres Tages aufbrechen – der Via Vento – die Straße, in dem der Film „La dolce vita“ gedreht wurde.

Der Weg begann aber gleich damit, dass wir die falsche Richtung eingeschlagen hatten – und nach einem halben Kilometer drauf gekommen sind, dass das nicht so ganz passen konnte – also wieder retour, noch mal an der Treppe vorbei und den richtigen Weg einschlagen.

 

Da wir nun doch schon recht müde waren, wollten wir uns keinen weiteren Fehlweg gönnen – und so schauten wir an jeder Kreuzung, ob es die richtige Richtung war (zwei mal haben wir dann aber doch irgendwie die falsche erwischt – muss sicher an der Karte gelegen sein…)

 

Aber dann waren wir am Ziel!

Zumindest wenn es nach der Straße nach gegangen ist – nur das dolce vita haben wir nicht gefunden…

Und auch keinen Platz in einem Cafe – was für uns viel schmerzlicher war – vor allem für unsere Fußsohlen…

 

Es gab nun nur mehr ein Ziel – unser Hotel.

Wir haben uns durch die Straßenschluchten gekämpft und sind voll zielstrebig Richtung Bahnhof gegangen um ja keinen Fehler mehr zu machen.

Als wir dann am Hotel angekommen waren, erkannten wir, dass wir eine Ehrenrunde um den Block gemacht hatten – aber wir waren daheim!

Wir haben die Monster-Besichtigungstour geschafft und alles gesehen was wir geplant hatten – wir waren stolz auf uns!

 

Stolz und müde – und da wir so schnell gegangen sind, war es erst 14 Uhr.

Da es noch so früh war, haben wir mal eine Stunde geschlafen und sind dann frisch und munter, mit neuen Sochen und nicht mehr so schmerzenden Füßen wieder in die Stadt aufgebrochen – erstmals auf eine Schnelle Pasta carbonara ins naheliegendste Lokal und dann weiter  in ein anderes Lokal am Bahnhofsgürtel.

Aber dort waren wir anscheinend nicht sichtbar – wurden vollkommen ignoriert.

Als wir nach einer viertel Stunde von dem neben uns stehenden Ober noch immer nicht gefragt wurden, was wir wollen, zogen wir wieder zu unser „Stammlokal“.

Da wir am nächsten Morgen mit dem Zug die Stadt wieder verlassen wollten, machten wir auch einen Ausflug in die Mega-Bahnhofshalle und schauten uns mal genauer um.

Unter anderen fanden wir auch eine MC-Donalds – und da man schon schauen muss, ob es dort gleich wie bei uns schmeckt, sind wie dort auf zwei Burger eingekehrt.

 

Na ja, langsam verging die Zeit und es wurde langsam aber sicher Abend – und Zeit fürs letzte Essen in Rom. Und Zeit für den letzten Abend – was sollten wir alles noch machen? Fortgehen, amüsieren? Fragen über fragen…

Wir entschlossen uns mal für ein neues Restaurant – und bestellten wieder mal, eh schon wissen, Pasta carbonara… (es hat sich einfach so ergeben…)

Da wir langsam wieder müder wurden, aßen wir mit letzter Kraft dieses Mal auf und tätigten eine gemeinsame Entscheidung – es gab nur mehr ein Ziel – das Bett…

 

Um 19.30 waren wir im Zimmer, und es dauerte nicht lange hörte ich schon das mir vertraute Geräusch…

 

Und das war dann der dritte Tag, am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von der ewigen Stadt und zur Erkenntnis zu gelangen: traue nie einer Italienerin… J

 

 

Rom, und aus…

 

So, nun war es so weit – der letzte Tag des Urlaubes hat begonnen.

Wir hatten geplant, dass wir gleich mit dem ersten Zug die schöne Stadt verlassen wollten, daher mussten wir leider auf das Frühstück verzichten.

Da wir auch am Vorabend schon so zeitig im Bett waren, war das Aufstehen auch kein Problem für uns. Na ja, was soll ich sagen, wir hatten bald unsere Sachen beieinander, und es hieß Abschied nehmen, Abschied von der Klimaanlagenatrappe, vom Innenhof inklusive Lift, Abschied vom Hotel.

 

So gingen wir gegen 5.30 ein letztes Mal unseren Weg vom Hotel zum Bahnhof, noch einmal vorbei am Halal irgendwas (mit dem megascharfen Döner…), vorbei an der Taverne (mit dem tollen Essen) und am Straßencafe (mit der wunderschönen Aussicht), vorbei an der Metro-Station (wo As zu Bs werden) und ein letztes Mal über eine römische Straße (im Wissen, was „ALT“ bedeutet).

 

In der Bahnhofshalle war noch nicht viel los, nur vereinzelt begann sich etwas zu rühren – und zur unserer Überraschung, wir konnten es kaum glauben, wurde uns sogar der befürchtete lange Fußmarsch bis zum Zug erspart – er stand nun, im Gegensatz zur Ankunft, ganz am Beginn der Geleise.

 

Na ja, und so nahmen wir langsam aber sicher Abschied von Rom.

Über die Stufen in den Waggon, und einen Sitzplatz findend blickten wir alsbald durch die Fenster des bald losfahrenden Zuges.

Langsam glitten die Stadtteile an uns vorbei, und erst da erkennt man, wie groß Rom wirklich ist – nach dem Zentrum reiht sich eine Satellitenstadt nach der anderen – Häuser und Wohnblöcke, welche man in deren Größe bei uns kaum findet. Man sieht aber auch das andere, das dem Touristen nicht so gerne gezeigte Rom – aber wie auch immer, der Zug fährt, und irgendwann ist es Schluss mit den städtischen Bauten, und der Flughafen rückt immer Näher.

 

Und so kam es, dass auch diese Bahnfahrt ihr Ende fand – Endstation Flughafen.

Alles auf, und raus aus dem Zug – theoretisch – hatten aber nur ein Problem – die Türen klemmten… Na ja, sollte das ein erstes Zeichen sein?

Nach einigem Probieren, und auch schon bald Unterstützung von der Außenseite, erkannten wir, dass es so nicht raus ging – also auf in den nächsten Waggon – und siehe da, die Türen öffneten sich.

 

Wir hatten ja keinen Stress, es war nun etwa 6.20 Uhr – und unser Flug sollte erst gegen 10 starten – aber einige andere waren auf einmal irgendwie nicht mehr so ruhig… J

 

Wir beide ließen aber keinen Stress aufkommen, und ließen uns von den Rollgehsteigen gemächlich in die Abflughalle bringen – nur keinen Schritt zuviel gehen, dachten wir.

 

So, nun war es etwa halb 7 – und natürlich kein Geschäft offen – tote Hose, sozusagen. Was aber gar nicht gut war, den langsam meinten unsere Mägen, dass ein wenig Input nicht schlecht wäre.

Wir freuten uns schon auf ein ordentliches Frühstück im Flughafenrestaurant – sogar der Name war viel versprechend: „Autogrill“ – klingt ja doch schon etwas deftiger, oder?

 

Endlich wurde es 7 Uhr – die Öffnungszeit!

Wir machten uns auf den Weg ins Lokal und freuten uns schon auf Schinken und Ei und solch Köstlichkeiten – und suchten sofort danach, aber alles was wir finden konnten war ein Teller mit zwei (wirklich zwei) Blätter Schinken und ein wenig Käse.

Na ja, kann man halt nix machen – und da wir ja auch recht flexibel sind, haben wir uns gleich eine Alternative gesucht und gefunden – ein Falscher Mineral und ein Hörnchen – das aber echt gut war.

 

Und so saßen wir nun im Flughafenrestaurant und warteten – den es war schon noch recht früh. Vor 9 Uhr begann das Einchecken sicher nicht – wir wussten auch schon, wo wir hin mussten – der Schalter Nr. 8 war unserer.

 

Also genossen wir nochmals die schönen Aussichten in Rom – ach ja, hab ich erwähnt, dass das Flughafenpersonal auch im Restaurant gefrühstückt hat? So ein Pech, dass diese zu einem großen Teil aus Frauen besteht… ;-)  (bitte kein Falsches Bild von uns machen, bisserl Spaß muss sein).

 

Das dachte sich dann wahrscheinlich auch unsere Dame am Schalter, oder besser gesagt nicht an unserem, sondern an dem mit der Nr. 7.

Denn als es endlich so weit war und wir einchecken wollten, war der 8er vollkommen verwaist – seltsam, dachten wir – aber da wir keine Angst kennen, sind wir gleich an den Nachbarschalter.

Na, dass war was – die Dame musste gleich ordentlich lachen, als sie Wolfis Pass sah – er heißt mit Nachname Sacher – so wie die Torte… Irgendwie hat sie uns dann noch ein paar Fragen gestellt, die wir irgendwie beantwortet haben – ich weiß zwar nicht was wir da gesagt haben, aber als sie uns die Bordtickets gegeben hatte, musste sie vor lauter Lachen den Schalter verlassen und ihren Kollegen erklären, dass sie nicht mehr sprechen könne. Na, wenn das kein Eindruck bei Frauen bedeutet???

 

So, mit der Bordkarte in der Hand hieß es nun das Gate zu suchen – und jetzt wurde es echt witzig – auf der Karte stand 16, am Bildschirm war die Alitalia-Maschine aber 7 zugewiesen – und auf 16 die AUA – was ich da noch erwähnen muss, auf einem der Schirme stand so eine komische WIINDOWS-Meldung, weiße Lettern auf blauen Hintergrund – und so viel wie wir übersetzen konnten war, dass man irgendeine Taste drücken sollte. Na ja, so ein Computerabsturz am Flughafen wird wohl nichts schlimmes sein, oder?

 

Am Gate 16 angekommen, machten wir die nächste Entdeckung – der Flug war für knapp 11 Uhr angschrieben – unserer sollte aber ja schon gegen 10 losgehen, - da war mal nachdenken angesagt.

Aber wir vertrauten dem italienischen Mädel und setzten uns mal hin.

Und warteten, und warteten – und sahen, dass immer mehr Leute irgend was fragten, und danach raschen Schrittes entschwanden – komisch…

 

Plötzlich erkannte ich ein junges Mädchen, das bereits von Wien nach Rom mit uns mit geflogen war – und als auch dieses nach dem bereits obligatorischen Fragen den Gate 16 verließ, gab es für uns auch nur mehr eins – auf zum Gate 7!

 

Mit schnellen Schritt ging es nun mal in das obere Stockwerk – und am Gate 7 angekommen, hieß es warten. Dass es das richtige war, da waren wir uns nun sicher.

 

Auch waren wir trotz allem noch rechtzeitig vor Ort – das einzige was nicht da war, das war der Flieger.

Nach ein paar Minuten dann die Durchsage der Dame von der Bodencrew – aufgrund technischer Probleme, verzögere sich der Start um wenige Minuten, meinte sie – und wir warteten halt wenige Minuten.

Nach wenigen Minuten die nächste Durchsagen, es würden nun doch ein wenig mehr wenige Minuten werden – eine halbe Stunde etwa – und dass war das letzte, was wir von ihr hörten.

 

Und nun auch die Erkenntnis, traue nie einer Italienerin – die eine schreibt 16 rauf, meint 7, die andere sagt wenige Minuten und meint eine Stunde – ja, ja – so können Frauen sein…

 

Aber trotz aller technischen Probleme, und wenn sie wahrscheinlich nur in einem defekten Espresso-Automaten, der den Cafe für die Piloten liefern sollte, lagen – das Einchecken begann.

 

Und dann eine letzte Überaschung…

Scherzten Wolfi und ich im Restaurant zuvor noch über männliche Stewards und deren Eigenschaften uns Vorlieben – was passierte uns…

Genau.

 

Na ja, so ist halt das Leben – ein Urlaub kann nicht ganz perfekt sein J

 

Auf jeden Fall landeten wir dann gegen Mittag in Schwechat – wo uns schon ein kühler Wind in Empfang nahm  – zumindest die Erinnerung an das wärmere Rom und unsere Erlebnisse, die hat er uns nicht verblassen.

 

Und das, ja das war Rom 2005 – vielleicht passt es ja wieder mal.

 

 

Rom-Bilder   - so, wie versprochen ;-)